Arbeitsvertrag in Deutschland: worauf Sie vor der Unterschrift achten sollten
Die Zusage ist da – jetzt liegt der Arbeitsvertrag auf dem Tisch. Mit dieser Checkliste prüfen Sie die wichtigsten Punkte, bevor Sie unterschreiben.
Ein deutscher Arbeitsvertrag regelt Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigung und viele Details, die später im Alltag wichtig werden. Viele Formulierungen klingen standardisiert, haben aber konkrete Folgen.
Seit 2022 verpflichtet das Nachweisgesetz Arbeitgeber, die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten. Sie haben also Anspruch auf klare Angaben.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Bei Unklarheiten helfen Gewerkschaften, Beratungsstellen wie Faire Integration oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht.
Checkliste: diese Punkte gehören in den Vertrag
| Punkt | Worauf achten |
|---|---|
| Tätigkeit und Position | Stimmt die Beschreibung mit der Stellenanzeige überein? |
| Gehalt | Brutto pro Monat oder Jahr, Anzahl Gehälter, Boni, Zuschläge |
| Arbeitszeit | Wochenstunden, Gleitzeit, Homeoffice-Regelung |
| Überstunden | Werden sie bezahlt, ausgeglichen oder pauschal abgegolten? |
| Urlaub | Gesetzlich mindestens 20 Tage bei 5-Tage-Woche, üblich 25–30 |
| Probezeit | Maximal 6 Monate mit 2 Wochen Kündigungsfrist |
| Kündigungsfrist | Nach der Probezeit gesetzlich 4 Wochen, oft länger vereinbart |
| Befristung | Enddatum und Grund, falls befristet |
| Tarifvertrag | Gilt ein Tarifvertrag? Dann gelten oft bessere Bedingungen |
Klauseln, die Sie genau lesen sollten
- Pauschale Abgeltung von Überstunden: nur wirksam, wenn der Umfang klar begrenzt ist
- Rückzahlungsklauseln für Fortbildungen, Umzug oder Visakosten
- Nachvertragliches Wettbewerbsverbot: nur mit Entschädigung wirksam
- Versetzungsklauseln zu anderen Standorten
- Ausschlussfristen, nach denen Ansprüche verfallen
- Regelungen zu Nebentätigkeiten
Brutto ist nicht Netto
Das vereinbarte Gehalt ist immer brutto. Nach Steuern und Sozialabgaben bleiben je nach Steuerklasse oft nur 60 bis 70 Prozent. Rechnen Sie vor der Unterschrift mit einem Brutto-Netto-Rechner nach.
Besonderheiten für internationale Fachkräfte
Für viele Aufenthaltstitel verlangt die Ausländerbehörde einen unterschriebenen Arbeitsvertrag oder ein verbindliches Arbeitsplatzangebot. Achten Sie darauf, dass Gehalt und Tätigkeit den Anforderungen Ihres Titels entsprechen, etwa der Gehaltsgrenze der Blauen Karte EU.
Arbeitsverträge sind in der Regel auf Deutsch. Bitten Sie bei Bedarf um eine englische Übersetzung, rechtlich maßgeblich bleibt aber meist die deutsche Fassung.
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Häufige Fragen zum Arbeitsvertrag
Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich sein?
Der Vertrag kann mündlich gelten, die wesentlichen Bedingungen muss der Arbeitgeber aber schriftlich nachweisen. Befristungen müssen immer schriftlich vereinbart werden.
Kann ich den Arbeitsvertrag noch verhandeln?
Ja. Vor der Unterschrift sind Gehalt, Startdatum, Homeoffice oder Urlaub häufig verhandelbar.
Wie lange habe ich Zeit zum Unterschreiben?
Es gibt keine feste Frist. Üblich sind einige Tage; bitten Sie bei Bedarf um mehr Zeit.
Wie lang ist die Kündigungsfrist nach der Probezeit?
Gesetzlich vier Wochen zum 15. oder Monatsende. Für Arbeitgeber verlängert sie sich mit der Betriebszugehörigkeit.
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